1950er & 1960er

Die 1950er wurden politisch durch den Koreakrieg und den kalten Krieg bestimmt, dementsprechend sank aufgrund von verschobenen Prioritäten das kulturelle Niveau in einigen Ländern, während in Amerika der typisch amerikanische Zeitgeist immer weiter in dem Vordergrund trat. Dort entwickelte sich neben den Richtungen Swing, Jazz und Blues auch sehr stark der Rock’n’Roll. Beide Musikrichtungen waren prägend für das soziale und kulturelle Bild der damaligen Zeit, denn sie brach unter anderem mit sexistischen und rassistischen Vorurteilen und Normen der älteren Generationen. Hiermit machte sich die Musik der 50er populär für Jugendrevolutionen, und auch in der DDR spielte dies später eine große Rolle: Den aus dem Rock’n’Roll entstandenen Musikrichtungen wurde Ablenkung von den „imperialistischen Machenschaften“ und „Verwestlichung“ nachgesagt, dementsprechend waren sie in der DDR verboten, was zu einem großen Schmuggel-Markt für Musik führte. Verbunden mit diesen Jugendrevolution wird auch die Entstehung des ‚Halbstarken‘ der seit den 50ern immer öfter die Straßen besiedelte.

1951 wird als Geburtsjahr des Rock’n’Rolls bezeichnet, auch wenn es in diesem Jahr noch relativ ruhig zuging. Trotzdem verdrängte die Rockmusik bereits berühmte Sänger wie Eddy Howard, welcher in den 40ern und 50ern seinen Hochpunkt hatte. Das Geburtsjahr begann mit einem vergleichsweise kleinen Radiosender, welcher seinen Zuhörern variantenreich die neuen Richtungen von sogenannter schwarzer und weißer Musik vorführte. Vorläufer in der Richtung war unter anderem Johnnie Ray, ein Außenseiter mit einem tauben Ohr, jedoch unglaublichem musikalischen Erfolg mit den SIngles „Cry“ und „The Little White Cloud That Cried“, welche sich millionenfach verkauften. Wer tatsächlich den Rock’n’Roll einleitete ist umstritten.

Als gesehen wurde, wie Jugendliche vermehrt zu der neuartigen Musik auf den Straßen tanzten, begannen mehr Radiosender, die Musikrichtung aufzunehmen. Alan Freed, Vorreiter dieser Entwicklung, prägte den Ausdruck für den Musikstil und organisierte gleichzeitig das später als desaströs bezeichnete „Moondog Coronation Ball“-Konzert. Durch einen Druckfehler bei den Eintrittskarten wurden mehr als 20.000 statt den geplanten 10.000 Karten gedruckt und wegen Überfüllung löste die Polizei das Konzert auf, nachdem Paul William gerade einmal einen Song zum Besten gegeben hatte.

Trotz der wenigen Minuten Dauer galt dies als das erste Rockkonzert der Geschichte, wobei sich die Legende von einer neuen „Mania“ entwickelte, von Jugendlichen, die sich in euphorischen Trance-Zuständen bewegten und hysterisch tanzten. Auch wenn dies nicht stimmte, war es doch ein bedeutender Faktor in der Entwicklung des Musikstils.

In den 1960ern wurde der Rock’n’Roll in England stilistisch verändert, zwei der wichtigsten Vorläufer sind dabei die Beatbands The Beatles und The Rolling Stones, welche große Einflüsse aus dem Blues nahmen. Hier kann man von den ersten Genre-Aufsplitterungen des Musikstils sprechen, die später charakteristisch für die Rockszene wurden. Zusammen mit den Kinks lösten die Rolling Stones die sogenannte Britische Invasion aus. Zusätzlich gewann auch die Londoner Bluesszene mit den Yardbirds, bei denen erst Eric Clapton, dann Jeff Beck und schließlich Jimmy Page die Leadgitarre spielten, an Bedeutung. Zusätzlich versuchte sich die Rocksszene in diesem Zeitraum an technisch anspruchsvolleren Themen.

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